RSS Feed Facebook


Der Dunkelelf

Mai 2017, Fantasy-Roman

Er ist der letzte der Vocairu - der Dunkelelfen.

Verborgen im Schatten, sinnt er auf Rache an den fünf Elfenclans, die die Vocairu einst bezwangen und ihre Pläne zunichtemachten. Mit Hilfe der finsteren Magie seiner schwarzen Quelle sät er Hass und Zwietracht unter den Führern der Clans, um die Elfenvölker gegeneinander aufzuhetzen und in einen blutigen Krieg zu treiben.

Auch Vian, ein junger Mann vom Clan der Feuerelfen, wird von dem Vocairu in sein erbarmungsloses Spiel hineingezwungen – ein Spiel, bei dem jeder Zug seines Gegners tödlich ist.

Wird es Vian gelingen, den Schleier aus Lug und Täuschung zu zerreißen und den Vocairu aufzuhalten, oder wird er im Mahlstrom des unerbittlich heraufziehenden Krieges untergehen?

 

Leseprobe: Der Dunkelelf

"Der Dunkelelf" auf amazon

Coverbild: fotolia, „Man in black cloak standing against burning forest, illustration“ von grandfailure, Nr. 114455368

Covergestaltung: Susanne Gavénis

Titel der ersten Auflage: Die schwarze Quelle

Rezensionen finden Sie auf folgenden Webseiten:


Wurm sucht Buch

Wordworld

 

Hintergründe zu den Geschichten meiner Romane

Als Autor macht es mir immer besonders viel Spaß, mit den Lesern über meine Geschichten ins Gespräch zu kommen. Dann wird diskutiert, warum der Protagonist dies oder jenes getan hat, oder warum die Handlung an einer bestimmten Stelle eben jene und keine andere Wendung genommen hat. Manchmal kommen dabei auch Aspekte zur Sprache, die ich vielleicht nicht so klar darstellen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte, und deshalb möchte ich diesen Teil meiner Webseite nutzen, um auf mir häufig gestellte Fragen zu antworten. Natürlich können Sie auch selbst Fragen stellen oder bereits bestehende Artikel kommentieren.

Inspiration

Wie die Welt so spielt: Eine der wichtigsten Inspirationsquellen für meinen Roman "Shai'lanhal" war ein Poster eines Videospielmagazins, das einen Kämpfer zeigt, der vor Feuer von innen zu glühen scheint. Meine Geschichte hat nun den Künstler Uwe Schaaf, der die Cover zum "Gambler-Zyklus" und zum "Wächter des Elfenhains" gestaltet hat, wiederum zu dem folgenden Bild mit dem Titel "Yinyal" inspiriert:

YinyalHier noch einmal der Link zur Webseite Augensound, wo der Künstler Uwe Schaaf viele seiner Renderings präsentiert:

Augensound - Yinyal

Über Prophezeiungen und Protagonisten

fallen angeldark kingDie Prophezeiung ist ohne Zweifel ein äußerst beliebtes Element in der Fantasy-Literatur. Die Art, wie sie von vielen Autoren in ihren Geschichten verwendet wird, folgt dabei oft einem ganz bestimmten Muster, das sich – auch wenn es dort letztlich keine ursächliche Prophezeiung gegeben hat – bis zu Tolkiens „Herr der Ringe“ zurückverfolgen lässt. In der Regel wird der Hauptfigur durch einen Seher, eine geheimnisvolle Schriftrolle aus uralter Zeit oder einen sonstigen kryptischen Umstand kund getan, dass allein sie vom Schicksal oder den Göttern auserkoren worden sei, das aus äonenlangem Schlummer wiedererwachte Böse endgültig niederzuringen und der Menschheit ein neues Zeitalter des Lichts zu schenken. Dummerweise ist diese finstere Bedrohung, die sich gerade anschickt, von Neuem ihre gierigen Tentakel nach den Menschen auszustrecken, nicht an der nächsten Straßenecke zu finden, sondern – wie könnte es anders sein – am anderen Ende der Welt. Was nun getan werden muss, ist klar.

Der Kern dieser Geschichten ist im Grunde weniger die Prophezeiung selbst – die lediglich den Startschuss liefert und den Helden motiviert, sich überhaupt in Bewegung zu setzen -, sondern die Reise, die der Protagonist antreten muss, um zu seinem vom Orakel geweissagten Bestimmungsort zu gelangen. Auf dieser Reise – die er oft zusammen mit einer ganzen Gruppe wagemutiger Abenteurer unternimmt – müssen viele Gefahren gemeistert werden, Überfälle von Räubern, Monstern aller Art und der Kampf gegen eine unwirtliche Natur sind an der Tagesordnung, bis der Held schließlich seiner von der Prophezeiung bereits zu Beginn festgelegten Nemesis gegenübersteht.

Bei all diesen Abenteuern und Hindernissen, die sich dem Protagonisten in den Weg stellen, bleibt die Prophezeiung als solche jedoch meist etwas Fernes und Äußerliches für ihn, das für seine Persönlichkeit nicht viel mehr Bedeutung hat als irgendeine unangenehme Aufgabe, die ihm von oben aufs Auge gedrückt wurde und die er nun mehr oder weniger Zähne knirschend abarbeiten muss. Wenn sich die Hauptfigur im Verlauf der Handlung verändert, dann geschieht dies mehr durch eine Auseinandersetzung mit den Widrigkeiten auf dem Weg zum prophezeiten Endkampf als durch die Existenz der Prophezeiung selbst, und man hat als Leser oft das Gefühl, dass die Geschichte mit einem anderen Protagonisten genauso gut funktioniert hätte und es letztlich gleichgültig war, wer nun am Ende die Prophezeiung erfüllt.

Diese Art von Geschichten hat mich nie wirklich gefesselt. Als Autor hat mich mehr die Frage fasziniert, wie es ist, wenn eine Figur eine Prophezeiung nicht bloß als lästige Pflicht empfindet, die sie in eine Reihe zwar unterhaltsamer, am Ende aber mehr oder weniger beliebiger und austauschbarer Abenteuer zwingt, sondern wenn diese Figur durch die Prophezeiung im Kern ihres gesamten Wesens verändert wird. Dieser Frage bin ich – in jeweils unterschiedlicher Ausrichtung – sowohl in „Shaans Bürde“ als auch in der „Gwailor-Chronik“ nachgegangen. Zwar wird auch Shaan und Dayin ihre Prophezeiung von einer äußeren Macht übergestülpt, ohne dass sie dabei eine Wahl oder Einflussmöglichkeiten gehabt hätten, doch geschieht dies auf eine Weise, die ihre jeweilige Persönlichkeit einer fundamentalen Veränderung unterwirft. Die Prophezeiung wird hier zu einem geradezu intimen Bestandteil ihres Charakters und ihres Lebens, der ihr gesamtes Denken, Fühlen und Handeln von Geburt an beherrscht und allen ihren Erfahrungen eine bestimmte Färbung und Signatur verleiht. Weder für Shaan, der durch die Erziehung seines verbitterten und hasserfüllten Vaters seelisch beinahe gebrochen worden ist, noch für Dayin, der bereits als Kind daran zweifelt, ob nicht ein kaltblütiger Mörder in ihm steckt, ist die Prophezeiung, die sie gefangen hält, etwas Äußeres. Sie werden gezwungen, mit ihrem gesamten Sein eine Antwort darauf zu finden, und bei beiden ist es nicht damit getan, die Prophezeiung lediglich zu erfüllen oder ihr Eintreffen zu verhindern, denn egal ob sie am Ende scheitern oder erfolgreich sind, so werden sie doch niemals wissen, was sie für ein Mensch hätten werden können, wenn es die Worte der Seherin oder den verborgenen Kampf zwischen den Mächten des Guten und des Bösen nicht gegeben hätte. Die Prophezeiungen haben sie dauerhaft und unwiderruflich traumatisiert, und mit diesen Traumatisierungen müssen sie jeden Tag aufs Neue umgehen, und das, lange bevor und nachdem sie am Ende ihrer Geschichten ihre jeweilige persönliche Begegnung mit dem Schicksal erleben.

Das ist eine Sichtweise, die mich als Autor viel mehr interessiert als unzählige Heldenreisen kreuz und quer durch die Welt, die oft tausende von Buchseiten füllen – der Blick auf das, was eine Prophezeiung in der Seele einer Figur anrichtet und was für Konsequenzen dies für ihr Leben hat, statt farbenfrohe Abenteuer, bei denen die Prophezeiung lediglich ein mehr oder weniger plausibles Alibi für den Protagonisten ist, durch die Gegend zu ziehen und dabei ordentlich auf den Putz zu hauen. Auch das kann seinen Reiz haben und Spaß machen, mein persönlicher Zugang als Autor zu diesem Thema wird jedoch immer ein anderer sein.

Über Prophezeiungen

fallen angeldark kingMit Prophezeiungen ist es wie mit Schrödingers Katze – solange man nicht hineinschaut, weiß man nie, was in der Kiste ist. Wird einem ein langes und glückliches Leben vorausgesagt, oder lauert der Tod bereits hinter der nächsten Ecke? Die Antwort auf diese Fragen hat die Menschen von je her fasziniert, und viele Propheten und Zukunftsseher haben versucht, mit der Kraft ihrer visionären Gabe einen Blick hinter den Vorhang zu werfen und dem Mysterium der Zeit ein paar seiner Geheimnisse zu entlocken – oder es zumindest behauptet.

Sei es das berühmte Orakel von Delphi, dessen schrecklicher Prophezeiung ein junger Mann namens Ödipus verzweifelt zu entfliehen versucht (was ihm am Ende, wie wir alle wissen, eher weniger gut gelingt), oder die kryptischen Visionen eines Nostradamus, deren Deutung viele Gelehrte bis heute beschäftigt – immer geht es darum, ein Licht zu entzünden und den Weg zu erhellen, der vor einem in die Dunkelheit führt, um vielleicht auf diese Weise einigen seiner Gefahren und Fallstricke entgehen zu können, die den unwissenden Wanderer ansonsten unwiderruflich zu Boden gestreckt hätten.

Doch mit jeder Prophezeiung, egal wie behutsam oder mit wie viel Absolutheitsanspruch sie auch verkündet werden mag, ist untrennbar verbunden die alte Frage nach der Henne und dem Ei. Erblickt der Prophet eine Zukunft, in der die Ereignisse, die einem Menschen widerfahren, bereits seit dem Moment seiner Geburt wie die Schauspieler in einem Theaterstück darauf warten, zum richtigen Zeitpunkt hinaus auf die Bühne zu treten, oder werden durch die Prophezeiung die Weichen gestellt, die diese Ereignisse überhaupt erst möglich machen? Denn ist eine Prophezeiung erst einmal ausgesprochen, wird sie zu einem Teil des Lebens eines Menschen, und er wird gezwungen, in irgendeiner Form darauf zu reagieren. Was er aber auch immer damit zu tun gedenkt – ob er sie in den hintersten Winkel seines Bewusstseins verbannt oder all seine Kraft darin investiert, sie zu verhindern oder Wirklichkeit werden zu lassen - , eines kann er nicht vermeiden: Die Worte des Sehers oder Orakels haben ihn verändert, haben sein Denken, Fühlen und Handeln auf eine Weise beeinflusst, die etwas Neues in sein Leben gebracht hat, was es ohne sie niemals gegeben hätte. Nicht umsonst gibt es in der Psychologie den Begriff der selbsterfüllenden Prophezeiung. In seinem verzweifelten Bemühen, einem prophezeiten Unfall zu entgehen, führt ein Mensch durch seine panischen Aktivitäten genau diesen Unfall erst herbei. Was aber war letztlich die Ursache und was die Folge?

Diese Frage berührt einen weiteren Aspekt, der eng mit Prophezeiungen jeder Art verknüpft ist, nämlich das Thema der Willensfreiheit und des Determinismus. Steht das Schicksal eines Menschen bereits von Beginn an unverrückbar fest und arbeitet er die Ereignisse, die ihm auf seinem Lebensweg begegnen, in der Rolle eines letztlich passiven Zuschauers lediglich Schritt für Schritt ab, ohne sie jedoch selbst verändern oder ihnen ausweichen zu können, oder ist jeder selbst seines Glückes Schmied, und einzig die eigene Persönlichkeit und die eigenen Anstrengungen entscheiden darüber, was aus dem unendlichen Feld der Möglichkeiten schließlich Realität wird? Oder sind die Ereignisse als solche zwar vorbestimmt, können aber beeinflusst oder ganz verhindert werden, sobald man um ihr Eintreten in der Zukunft weiß? In einem solchen Fall würden Determinismus und Willensfreiheit Hand in Hand gehen, und die Prophezeiung würde von einem unbarmherzigen Richtspruch der Götter oder des Universums zu einem Werkzeug, das, auf die richtige Weise benutzt, viel Gutes bewirken könnte.

Was aber geschieht, wenn das Eintreffen einer Prophezeiung zwar abgewendet werden kann, die Persönlichkeit des Menschen, dem das Ereignis vorausgesagt wurde, dadurch jedoch in seinen und den Augen aller anderen in einem so verabscheuungswürdigen Licht erscheint, dass sein Leben trotzdem dauerhaft beeinträchtigt ist? So ergeht es Dayin, dem Protagonisten der Gwailor-Chronik, dem bei seiner Geburt geweissagt wird, er werde seinen Vater, den König, als junger Mann heimtückisch ermorden. Eine solche Prophezeiung – gleichgültig, ob sie nun eintritt oder nicht – sagt etwas derart Fundamentales über den Charakter des Menschen aus, der zu einer solchen Heimtücke in der Zukunft fähig sein wird, dass mit dem Abwenden des schrecklichen Ereignisses die Probleme noch lange nicht aufhören. Die Eltern eines solchen Kindes müssen von nun an mit dem Gefühl leben, einen potenziellen Mörder heranwachsen zu sehen, der zusammen mit ihnen unter einem Dach wohnt. Die psychologischen Konsequenzen eines derartigen Wissens sind überhaupt nicht absehbar, in jedem Fall aber für die Beziehung zwischen Eltern und Kind verheerend. Hinzu kommt, dass auch das Kind kaum eine andere Möglichkeit besitzt, als sich dieses Bild, das alle anderen in seiner Umwelt von ihm haben, ebenfalls zu eigen zu machen, vor allem, wenn es in einem Alter damit konfrontiert wird, in dem es darauf angewiesen ist, seine eigene Identität in den Augen seiner Eltern gespiegelt und bestätigt zu sehen.

Die Frage ist, ob es einem Menschen unter diesen Bedingungen überhaupt gelingen kann, ein Gefühl für sich selbst und seine individuelle Wesensart zu entwickeln und gegen die machtvolle Fremddefinition einer Prophezeiung aufrecht zu erhalten, die keinen Zweifel daran lässt, dass er irgendwann zu einem Mörder geworden wäre, auch wenn er im Moment noch selig mit seiner Mutter die Entenküken füttert. Dieses Ringen um Identität und der Kampf gegen Selbstzweifel und innere Zerrissenheit sind das Thema der Geschichte um Prinz Dayin und Prinzessin Lilell. Es ist eine Geschichte, in der die Seherinnen der beiden Königreiche Gwailors über eine absolute und nahezu göttergleiche Macht verfügen, die weder Bauer noch König jemals in Frage stellen. Wie es ist, in eine solche Welt hineingeboren zu werden, in der der Einfluss von Prophezeiungen auf das Leben der Menschen so allgegenwärtig wie bestimmend ist, und dabei trotzdem seine eigene Persönlichkeit nicht aus dem Blick zu verlieren, war die Frage, die mich beim Schreiben der Gwailor-Chronik am meisten fasziniert hat.

Die Elfen und das Eisen

Dem einen oder anderen Leser mag es ein wenig befremdlich erscheinen, dass Andion eine so starke Abneigung gegen Eisen hat. Eine solche instinktive Abwehrreaktion auf die Gegenwart von metallischen Gegenständen wirkt seltsam und willkürlich, doch bei diesem Detail der Geschichte habe ich mich eng an die irischen Feen- und Elfensagen angelehnt. Dort wird den Elfen von je her eine Abneigung gegen Eisen und andere Metalle nachgesagt, und auch im Volksglauben selbst spiegelt sich diese Auffassung wider. So war es zum Beispiel früher in Irland Brauch, eine Feuerzange oder ein anderes Stück Eisen auf die Wiege eines Säuglings zu legen, um zu verhindern, dass die Elfen das Kind stehlen und gegen einen bösartigen Wechselbalg austauschen konnten. Ebenso war es möglich, den Zauberbann einer Fee durch die Berührung mit Eisen zu brechen oder sich auf diese Weise Zugang zu einem Feenhügel zu verschaffen.

Die schwierige Beziehung zwischen Elfen und Eisen lässt sich auf verschiedene Arten erklären. Die eine Deutung – der ich auch im „Wächter des Elfenhains“ gefolgt bin – favorisiert eine eher allgemeine soziologische Betrachtungsweise und sieht in der Abneigung der Elfen gegen Eisen ein Symbol für den Siegeszug der menschlichen Zivilisation, die die Natur und ihre Lebewesen mehr und mehr an den Rand drängt und ihrer Existenzgrundlage beraubt. In diesem Sinne stünde das Eisen stellvertretend für technologischen Fortschritt, Wissenschaft und Rationalität, die den Menschen immer stärker aus der ursprünglichen Einheit und Harmonie mit der ihn umgebenden Natur herausfallen lassen.

Die andere Deutungsrichtung ist mehr religionssoziologisch orientiert. Als symbolische Vertreter früher matriarchaler, d.h. von der Verehrung der „Großen Mutter“ geprägter, Religionen und Kulturen seien die Elfen, so wird angenommen, im Lauf der menschlichen Entwicklung vom männlichen Intellekt und der patriarchalen Gottesvorstellung unterworfen und letztlich ausgelöscht worden. Das „weibliche Prinzip“ musste dem eisernen Schwert des Mannes weichen, der rücksichtslos seine Vorstellungen von der Beherrschung und Manipulation der Welt durchgesetzt hat. In dieser Sichtweise ist die Antipathie der Elfen gegen Eisen Ausdruck eines Kampfes zweier fundamental verschiedener Religions- und Gottesauffassungen.

Wie viel symbolische Bedeutungen man tatsächlich aus den Feen- und Elfenmärchen herauslesen kann, ist natürlich eine schwierige Frage, die auch die Wissenschaft vermutlich niemals abschließend wird beantworten können. Auf alle Fälle sind die tief verwurzelten Überzeugungen des Volksglaubens, der sich seinerseits in einem ständigen kreativen Wandlungsprozess und Austausch mit den sich verändernden Lebensbedingungen der Menschen befindet, für jeden Fantasy-Autor eine stete und unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Und zumindest in der Fantasy sind die Elfen und Feen, allen eisernen Schwertern zum Trotz, immer noch sehr lebendig.

Die Elfen und der Terminator

Vor ein paar Tagen fragte mich ein Leser, ob mir denn aufgefallen sei, dass „Wächter des Elfenhains“, was das Grundsetting der Geschichte angeht, eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Terminator-Filmen habe. Das war eine interessante Frage, da ich bei der Beschreibung des Antagonisten tatsächlich des öfteren das Bild des T-1000 vor Augen hatte, wie er gerade in vollem Spurt die Straße entlangrast, um John Connor auf dem fliehenden Motorrad zu erwischen. Mir war von Anfang an klar, dass Ogaire, der Bösewicht der Geschichte, sehr bedrohlich und unerbittlich wirken musste, vor allem, da er nur in einer Handvoll Szenen überhaupt mitspielt. Umso wichtiger war es, dass seine Präsenz in der Handlung für den Leser intensiv spürbar sein musste.

Durch meine Darstellung dieser Figur Assoziationen zu den Terminator-Filmen zu erzeugen, lag da tatsächlich nahe, denn bei kaum einer anderen Geschichte ist die Bedrohung des Protagonisten durch den Bösewicht derart schnörkellos und mit einer solchen Wucht inszeniert worden. Der T-1000 hat ein klares Ziel, das er kompromisslos verfolgt, und der gesamte Rest der Geschichte ordnet sich dieser Kompromisslosigkeit unter. Das gleiche Gefühl sollten auch die Leser des „Wächter des Elfenhains“ haben, wenn es um Ogaire ging. Von daher hatte mein Leser durchaus recht mit seinem Eindruck. Auch das Grundsetting selbst ist durchaus mit den Terminator-Filmen zu vergleichen: Ein jugendlicher Protagonist, der mit seiner Mutter auf der Flucht vor seinem Vater ist, der ihn erbarmungslos jagt und sich dabei nicht scheut, über Leichen zu gehen.

Was natürlich deutlich über dieses Grundsetting hinausgeht, ist der ganze Aspekt mit dem Elfenhain und der Anderswelt. Gerade die Suche Andions nach seiner eigenen Identität mitsamt der Konflikte, die sich daraus für ihn ergeben, war für mich eine zentrale Motivation, die Geschichte zu schreiben. Hier zeigt sich dann doch, dass ein Roman weitaus mehr Möglichkeiten bietet als ein Film, die Entwicklung einer Figur zu beschreiben, und hier enden auch die Gemeinsamkeiten zwischen dem „Wächter des Elfenhains“ und dem „Terminator“. Dennoch empfinde ich es als ein Kompliment, wenn sich die Leser bei ihrer Lektüre des Romans hin und wieder an Arnie und den guten alten T-1000 erinnert fühlen.

Die Gwailor-Chronik

Dezember 2014, AAVAA-Verlag, Fantasy (Zweiteiler)

Gwailor-Chronik - Band 1: Im Schatten der Prophezeiung

Dayin, dem Sohn des Königs von Tarell, wird bei seiner Geburt eine schreckliche Prophezeiung gemacht: Sein eigener Vater soll durch seine Hand den Tod finden, heimtückisch ermordet, um den Thron des Landes an sich zu reißen. Doch wie kann es geschehen, dass aus einem zarten, mitfühlenden Kind ein kaltblütiger Mörder wird?

Dayin weiß, dass er nur eine Chance hat, sich von dem düsteren Schatten zu befreien, der sein Leben bestimmt. Er muss beweisen, dass er die furchtbare Bluttat, die ihm prophezeit wurde, unter keinen Umständen Wirklichkeit werden lassen wird.

Doch schon bald muss er erkennen, dass das Schicksal ein Gegenspieler ist, der sich nicht leicht geschlagen gibt.

Leseprobe:  Gwailor-Chronik 1

 

Gwailor-Chronik - Band 2: Schicksalspfade


Der Augenblick der Wahrheit rückt unaufhaltsam näher. Dayin, mittlerweile zum jungen Mann herangewachsen, versucht noch immer verzweifelt zu beweisen, dass er kein Mörder ist. Doch das Netz aus Intrige und Verrat zieht sich immer enger um ihn zusammen, und mächtige Feinde setzen alles daran, die grausame Prophezeiung Wirklichkeit werden zu lassen.

Schließlich muss Dayin erkennen, dass sein Scheitern nicht nur für ihn selbst, sondern auch für die beiden Königreiche Gwailors den Untergang bedeuten würde.

 

 

 

Die "Gwailor-Chronik" finden Sie bei

amazon

Buch.de

Thalia

Rezensionen für die gesamte Gwailor-Chronik gibt es auf folgenden Webseiten:

inkultura-online

Melli's Bücher Blog

Jilys Blog

Winterteufel's Traumland

Rezensionen des 1. Bandes stehen auf:

Wordworld

Grinsemietz

Wurm sucht Buch

Auszeit

Jennys-bookworld

Jeanne-darc-blog

Taya's crazy world

Sabrina's Welt der Bücher

Rezensionen des 2. Bandes finden Sie hier:

Wordworld

Grinsemietz

Wurm sucht Buch

Auszeit

Jennys-bookworld

Jeanne-darc-blog

Taya's crazy world

Sabrina's Welt der Bücher

 

Große Elfen oder kleine Feen?

Als ich den Roman in der Planungsphase hatte, war mir eines völlig klar: Ich wollte eine Geschichte mit handtellergroßen, zierlichen Feenwesen schreiben. Doch als ich mit dieser Idee in das Brainstorming mit meinen beiden wichtigsten Probelesern ging, erwartete mich völlig überraschend heftiger Gegenwind. Kleine Feen seien doch zu märchenhaft (den wahren Wortlaut übergehe ich an dieser Stelle lieber) und nicht für eine ernst zu nehmende Geschichte geeignet. Zunächst einmal schweren Herzens schwenkte ich dann also auf die Darstellung menschengroßer Elfen um, doch es nagte lange Zeit an mir, dass ich mir meine ursprüngliche Idee hatte ausreden lassen.

Zum Glück ist es mir trotzdem gelungen, auch beim „Wächter des Elfenhains“ die Freude beim Schreiben zu finden, die mich überhaupt erst dazu motiviert, Geschichten zu Papier zu bringen. Es ist zwar nicht die Geschichte, die ich ursprünglich hatte erzählen wollen, doch durch die wohlvertraute Eigendynamik der Figuren wurde eine wirklich nette Story daraus – obwohl, wie ich zugeben muss, die besonders anfangs vorherrschende düstere Atmosphäre wohl meiner Trauer um die verloren gegangene Idee zuzuschreiben ist.

Und heute kann ich selbstbewusst sagen: Die Geschichte mit den zierlichen Feenwesen befindet sich noch in der Warteschleife. Aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben.

Wächter des Elfenhains

Relaunch Juni 2018, Fantasy


Die Welt der Elfen ist dem Untergang geweiht.

Von der Welt der Menschen durch einen Nebel aus Zeit und Raum getrennt, existiert die Anderswelt – das Reich der Elfen und Feen. Doch anders als früher haben die Elfen längst jedes Interesse an den Geschicken der Menschen verloren, und Verachtung und Misstrauen haben in ihre Herzen Einzug gehalten.

Da erwächst aus ihren eigenen Reihen eine Gefahr, mit der niemand gerechnet hätte: Ogaire, Nachkomme einer mächtigen Elfenfamilie, vergiftet das Herz des Elfenwaldes und flieht in die Menschenwelt, um dort seine finsteren Pläne weiter voranzutreiben.

Während das Ende des Elfenvolkes unabwendbar scheint, wächst an einem anderen Ort ein Kind mit merkwürdigen Fähigkeiten heran: Andion, der seit dem Tag seiner Geburt mit seiner Mutter auf der Flucht ist – auf der Flucht vor seinem Vater.

Ein gnadenloses Duell mit seinem unheimlichen Verfolger entbrennt, und schnell begreift Andion, dass die einzige Hoffnung auf Rettung ausgerechnet in den Märchen seiner Kindheit liegt – und dass sein eigenes Schicksal und das der Elfen enger miteinander verbunden sind, als er je zu träumen gewagt hat.

Leseprobe: Wächter des Elfenhains

Es handelt sich bei diesem Roman um eine Elfengeschichte der etwas dunkleren Art, die zum Teil in der von irischen Feenmärchen inspirierten Anderswelt und zum Teil in der Menschenwelt spielt.

Das Coverbild erstellte der Künstler Uwe Schaaf.

Den "Wächter des Elfenhains" finden Sie bei

amazon

Buch.de

Thalia

Rezensionen finden Sie auf folgenden Webseiten:

Wordworld

Grinsemietz

Wurm sucht Buch

Ruby-celtic-testet

Fantasy- und Schreibforum

inkultura-online

bookola

sarahs-buecherwelt

Bücher aus dem Feenbrunnen

Luz around the world

 

Shai’lanhal – Die Legende vom ewigen Kampf

April 2016, Fantasy-Roman

Seit Anbeginn der Zeit tobt auf der Erde die Schlacht zwischen den Mächten des Lichts und der Finsternis.

Der sechzehnjährige Shaan wird von seinem Vater seit seiner Geburt mit grausamer Härte auf seine ihm vom Schicksal bestimmte Aufgabe vorbereitet: Er ist auserwählt, die Kriegerin des Lichts zu beschützen, bis sie stark genug ist, sich ihrem Gegner, dem schrecklichen Yinyal, in einem Kampf auf Leben und Tod um die Zukunft der Menschheit zu stellen.

Wird es Shaan trotz seiner Ängste und Zweifel gelingen, seine Schutzbefohlene vor den Angriffen ihrer Feinde zu bewahren, oder wird die Welt in Dunkelheit und Chaos versinken?

 

 

 

Leseprobe Shai'lanhal - Die Legende vom ewigen Kampf

Shai'lanhal auf amazon

Coverbild: fotolia, "Fantasy warrior armored woman attack with fire chains action illustration", #85842437, breakermaximus

Covergestaltung: Susanne Gavénis

Rezensionen finden Sie auf folgenden Webseiten:

Wordworld

Yvi's kleine Wunderwelt

Büchertreff

WeLoveBooks

Jilys Blog

Coverworlds

Shelly's Bücherwelt

Wurm sucht Buch

Julia Winnacker

Grimoires

Fantasyguide

Die Rezensionen beziehen sich z.T. auf die 1. Auflage von Shaans Bürde (Hardcover, Schweitzerhaus-Verlag). Die Neuauflage als ebook ist demgegenüber inhaltlich nur leicht verändert.

 

 

Charmed

Hier finden Sie die beiden von mir verfassten Charmed-Romane. Viel Spaß beim Lesen.

Der Seelenspiegel

In dieser Geschichte dreht sich alles um den bei vielen Charmed-Fans sehr beliebten Halb-Dämon Cole Turner und sein Ringen um Menschlichkeit. Bei ihrem Versuch, Cole aus den Fängen eines finsteren Hexenmeisters zu befreien, erleben die drei Schwestern wichtige Wendepunkte in Coles Vergangenheit hautnah mit - was vor allem Phoebes Liebe zu ihm auf eine harte Probe stellt.

Roman: Der Seelenspiegel

Der dunkle Pakt

In der zweiten Geschichte machen Phoebe, Piper und Paige Bekanntschaft mit einem jungen Zauberer aus einer Paralleldimension, der sich mit der Bitte um Hilfe an sie wendet. Doch ein paar mächtige Dämonen verfolgen mit dem Magier ihre eigenen Pläne, wodurch seine Welt in höchste Gefahr gerät.

Roman: Der dunkle Pakt

Wie entstand die Grundidee?

Es hat schon häufig Fantasy-Geschichten gegeben, in denen ein prophezeiter Held die Welt vor der sicheren Zerstörung retten musste. Je nach Zielsetzung des Autors gelang ihm dies oder auch nicht, eines jedoch ist jenen Geschichten stets gemein: Der Held ist nicht allein unterwegs, sondern stützt sich bei der Erfüllung seiner Mission auf Kameraden, die ihn begleiten, ihm helfen und oft sogar beschützen.
Nur selten erfahren jene Figuren jedoch große Anerkennung oder Aufmerksamkeit, und man könnte sogar den Eindruck gewinnen, ihr höchst möglicher Lohn bestünde darin, sich in einem letzten Akt der Ergebenheit für den Helden zu opfern. Diese „Randfiguren“ besitzen schon seit langem meine Sympathie, und letztlich wurde daraus der Wunsch geboren, eine Geschichte zu schreiben, in der nicht der prophezeite Held, sondern sein Begleiter und Beschützer im Mittelpunkt steht.
Daher ist der Roman „Shaans Bürde“ so konzipiert, dass Shaan über lange Zeit allein die Handlung trägt, während Deleja bis zum Schluss über die tatsächlichen Vorgänge im Unklaren ist und letztlich nur einen einzigen Kampf ausfechten muss, wohingegen Shaan über die gesamte Geschichte hinweg den mörderischen Zielen der Gegenseite Widerstand leisten muss.

Wie wurde die Hauptfigur (Shaan) konzipiert?

Nachdem ich die Entscheidung gefällt hatte, Shaan in den Mittelpunkt der Geschichte zu stellen, musste ich mir überlegen, wie ich seine Figur so gestalten kann, dass sie im Verlauf des Romans einer maximalen Zerreißprobe ausgesetzt sein wird. Da der Hauptteil der Geschichte in einer vergleichsweise großen Stadt spielt, lag es nahe, Shaan in völliger Abgeschiedenheit aufwachsen zu lassen, damit Unwissenheit und fehlende Erfahrungen sein Tun erschweren und seine Handlungsmöglichkeiten einschränken, denn andererseits ist er, da er – mit Ausnahme der Shai’yinyal – der einzige ist, der über magische Kräfte verfügt, jedem, dem er auf seinen Reisen begegnet, bei weitem überlegen. Durch seine Unerfahrenheit im sozialen Bereich wird diese Überlegenheit bereits aufgeweicht, doch das genügte mir noch nicht. Shaan sollte noch ein weiteres Handikap bekommen – und dieses war sein Vater. Durch dessen Ablehnung und harsche Erziehung verlor Shaan jegliches Vertrauen in sich selbst, sodass er trotz all seiner Macht niemals sicher sein konnte, ob er diese in einer Gefahrensituation auch richtig einsetzt. So wurde er zu einem Helden, der sich selbst so gar nicht heldenhaft fühlte.

Wieso gibt es Regeln für den Kampf?

Schon öfters wurde ich gefragt, wieso der Kampf zwischen Shaan und seiner Widersacherin überhaupt so strengen Regeln unterliegt. Ein Grund dafür liegt in der Natur der Geschichte: Da die Mächte des Guten und des Bösen schon so lange nicht mehr direkt in der Welt präsent waren, wäre es nicht stimmig gewesen, wenn ihre Existenz im Verlauf des Kampfes wieder allen gewahr werden würde, daher zwingen die Regeln den Kampf ins Verborgene.
Der zweite und wichtigere Grund liegt allerdings in der Konzeption der Hauptfigur: Shaan sollte ein Mensch sein, der sich selbst gar nichts zutraut, schon gar nicht, dass er in der Lage ist, die Welt zu retten. Diese Bürde wäre für ihn jedoch erheblich leichter zu tragen gewesen, wenn es viele Menschen gegeben hätte, die von dem bevorstehenden Kampf gewusst hätten, denn dann hätte er auf die Hilfe und Unterstützung anderer zurückgreifen können. Die Regeln des Kampfes jedoch verhinderten dies und so blieb Shaan mit der Verantwortung für das Schicksal der Welt völlig alleingelassen.

Warum gibt es Elementmagie und keine völlig freie Magie?

Magie erscheint in der Fantasy-Literatur in höchst unterschiedlichen Formen, und nicht selten bekommt man den Eindruck, die Möglichkeiten der Magie seien letztlich nur durch die Fantasie des Autors bzw. der Protagonisten begrenzt. Ein Problem einer solchen Magie ist jedoch, dass sie sich letztlich keinen erkennbaren Regeln unterwirft, und dies macht sie innerhalb einer Geschichte schwer handhabbar.

Es ist für die Leser z.B. schwer einzuschätzen, was eine regellose Magie bewirken kann und wo ihre Grenzen liegen, und vermutlich hat sich jeder schon einmal bei der einen oder anderen Fantasy-Geschichte gefragt, warum der Held nicht einfach seine Zauberkräfte benutzt, um sich aus einer misslichen Lage zu befreien, da diesen im bisherigen Verlauf des Romans keine Beschränkungen auferlegt worden waren, die ein solches Handeln unmöglich gemacht hätten.

Elementmagie ist in dieser Hinsicht klarer, da sie letztlich, trotz des magischen Zugriffs, den gängigen Naturgesetzen folgt. Wasser kann Flammen löschen, zu große Hitze aber verdampft das Wasser, um nur ein Beispiel zu nennen. So wird besser einschätzbar, was möglich ist und was nicht. Allerdings sind die Elemente trotz ihrer klar definierbaren Wechselwirkungen miteinander immer noch sehr starke, zerstörerische Gewalten, und so habe ich eine weitere Begrenzung eingebaut, damit es der Shai’yinal etwa nicht möglich ist, ganz Golgamat in einem einzigen, gewaltigen Erdbeben zu vernichten und so auch Deleja zu töten.

Die Benutzung der Magie zehrt an der Lebenskraft, so dass Shaan und auch die Shai’yinyal zwar große, aber nicht unendliche Macht entfesseln können. Shaan bekommt dies im Verlauf der Geschichte mehrfach schmerzlich zu spüren, als er seine Macht über Gebühr hinaus ausreizt und so seinen Körper an die Grenze des Todes bringt, und auch wenn dies nicht offen diskutiert wird, werden auch die Handlungen der Shai’yinyal auf diese Weise begrenzt.

Wie muss man sich die Mächte des Guten und des Bösen vorstellen?

Einigen Lesern war dieses Konzept nicht deutlich genug. Sie wünschten zu erfahren, wieso die Mächte auf die Idee kamen, Menschen zu ihren Stellvertretern zu ernennen, und auf welche Weise dies geschah. Natürlich habe ich mir diese Fragen bei der Konzeption des Buches ebenfalls gestellt, mich letztlich aber bewusst dagegen entschieden, sie innerhalb der Geschichte ausführlich zu diskutieren.
Fakt ist, dass die Mächte des Guten und des Bösen nicht mehr direkt in der Welt präsent sind. Tatsächlich liegt ihr letztes Erscheinen schon ewig lange zurück und geht mit dem Entstehen der Menschheit selbst einher. Letztlich repräsentieren sie die gewaltigen, zerstörerischen, aber auch schöpferischen Kräfte, die die Welt in ihrer heutigen Form erst hervorgebracht haben. Wäre ihre Präsenz in der Gestalt zweier Lager, die sich in tödlicher Feindschaft gegenüberstehen und einander bis aufs Blut bekämpfen, bis in die Gegenwart hinein ungebrochen geblieben, hätte das Antlitz der Welt sich niemals so stabilisiert, dass Menschen auf ihr hätten leben können.
Doch dieser Ansatz ist recht naturwissenschaftsphilosophisch, und es schien mir nicht glaubwürdig, dass Shaan, der so isoliert aufgewachsen ist und von seinem Vater nur das notwendigste Wissen gelehrt bekommen hat, solche Gedanken hegen könnte. Die Motive und Handlungen jener fernen, unerreichbaren Mächte zu hinterfragen, wäre für Shaan gleichbedeutend damit gewesen, seine Aufgabe selbst anzuzweifeln – und dies war ihm schlichtweg nicht möglich, da er zum einen sein gesamtes Leben allein für die Erfüllung seiner Pflicht trainiert worden ist, zum anderen waren seine magischen Fähigkeiten ein offensichtlicher Beweis dafür, dass die Macht des Guten durch seine Familie und letztlich durch ihn wirkt.
Die Macht des Guten zu hinterfragen, wäre Shaan zweifellos auch wie ein Sakrileg erschienen – eine göttliche Kraft hat ihm einen Teil ihrer Macht verliehen und eine Aufgabe erteilt, wie könnte er es da wagen, von ihr zu fordern, sich ihm ausführlich zu erklären?

Aus welchem Grund ist die Shai’yinyal eine so flüchtige Figur?

Die Shai’yinyal taucht in der Geschichte tatsächlich nur als schattenhafte Figur auf, die weder eine eigene Perspektive besitzt noch auch nur einen einzigen Dialog bekommt. Ich habe diese Darstellung gewählt, weil Marna eine zweifellos problematische Figur ist. Sie ist im gleichen Alter wie Shaan, also gerade einmal sechzehn Jahre alt, trotzdem setzt sie ihre Magie so rücksichtslos und brutal ein, dass sie jedem klassischen Serienkiller alle Ehre machen würde. Ihren Charakter näher zu beschreiben hätte unmittelbar nötig gemacht, auch auf ihr Heranwachsen einzugehen, ähnlich wie dies bei Shaan geschehen ist, und das hätte nach meinem Empfinden den Fokus der Geschichte zu sehr von Shaan entfernt. Zudem besitzt Marnas schattenhafter Auftritt einen weiteren Vorteil: Sie kann viel direkter als Vertreter der bösen Macht empfunden werden, da man nur ihre Handlungen sieht; alles, was sie menschlicher machen könnte, also ihre Gedanken und Gefühle, lernt man niemals kennen, so dass es ein wenig so wirkt, als besäße sie diese menschlichen Qualitäten nicht einmal. Die Bedrohung, die von ihr ausgeht, wird so, so hoffe ich zumindest, noch stärker betont.

Sind Delejas Träume Zufall?

Im Verlauf der Geschichte hat Deleja häufiger Albträume, die sie vor dem Wirken der Shai’yinyal warnen und ihr auch Shaans Rolle als ihr Beschützer offenbaren. Auf einer oberflächlichen Ebene betrachtet, scheint es so zu sein, als würde Deleja in ihren Träumen lediglich die Furcht ausagieren, die sie angesichts der unheimlichen Ereignisse in Golgamat empfindet, doch tatsächlich ist in diesen Träumen Wissen über ihre Bestimmung als Lanhal verborgen, das Deleja zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht haben kann. Hier soll sich, wie auch in einigen anderen Aspekten, die indirekte Einflussnahme der Macht des Guten zeigen. Die gibt, obwohl sie niemals offen zu Tage tritt, Deleja dennoch versteckte Hinweise und unterstützt so Shaan bei seinen Bemühungen, Deleja an ihre wahre Bestimmung heranzuführen. Auf dieselbe Weise wirkt im übrigen auch die Macht des Bösen auf Marna und Enjun ein, doch dies ist eine andere Geschichte.

Welche Gedanken führten zu den Charakteren Enjun und Trist?

Die beiden jungen Männer, die Deleja bedrohen, könnten kaum unterschiedlicher sein. Enjun ist impulsiv, hitzköpfig und stets gewaltbereit, Trist dagegen ist kontrolliert, kühl und arrogant. In Enjuns Naturell sollten sich die Elemente Feuer und Erde widerspiegeln. Sein Zorn kann so plötzlich explodieren wie ein Vulkan, der glühend heiße Lava ausspuckt, und seine Kraft sollte so überwältigend sein wie ein Erdrutsch, der alles unter sich begräbt.
Trist musste dagegen ein eher verkopfter, intellektueller Charakter sein, zum einen, um sich klar von Enjun zu unterscheiden, zum anderen aber auch, um glaubwürdig erscheinen zu lassen, dass Delejas Vater sie mit Trist vermählen wollte. Einem Mann wie Enjun hatte Morujan Albite seine Tochter niemals anvertraut – und sein Unternehmen natürlich auch nicht.
Es wäre problematisch gewesen, Enjun schon vor der letzten Schlacht als dauerhaften Gegner für Deleja einzuführen, denn das hätte Shaan zum einen niemals zugelassen, zum anderen wäre er dadurch zu menschlich erschienen, also habe ich mich dafür entschieden, auch Enjun nur sehr sporadisch auftreten zu lassen. Letztlich lernt man ihn und sein zweifelhaftes Auftreten nur in einer einzigen Szene genauer kennen, während er im letzten Kampf eher wie eine entfesselte Naturgewalt wirken soll. Dieser Kontrast wäre gebrochen worden, hätte es mehr Szenen mit Enjun im Vorfeld gegeben.
Um trotzdem eine dauerhafte Bedrohung für Deleja aufzubauen, die über das Wirken der Shai’yinyal hinausgeht, und nicht zuletzt, um Shaan noch ein paar mehr Steine in den Weg zu legen, habe ich deshalb Trist ins Spiel gebracht. Seine Taten gegenüber Deleja und Shaan sind es letztlich, die Deleja dazu zwingen, persönlich zu reifen und einen eigenen, festeren Standpunkt einzunehmen.
« Vorherige Einträge
Susanne Gavénis

Susanne Gavénis

Wenn Sie mehr über mich erfahren möchten, erzähle ich Ihnen gern von meinem Leben, und warum ich schreibe. Natürlich können Sie auch Kontakt mit mir aufnehmen. Vielen Dank.