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Ideen im Dialog » Der Gambler »

Die Gambler-Mutation

Während ich den Gambler-Zyklus konzipiert habe, habe ich mir eine Menge Gedanken zu den biologischen Hintergründen der Gambler-Mutation gemacht. Ein Teil dieser Überlegungen floss in einen Artikel eines fiktiven Wissenschaftsmagazins ein – geschrieben und veröffentlicht von niemand Geringerem als dem Gambler-Experten schlechthin: Sherman Hewitt.

Ursprünglich hatte ich geplant, alle Aspekte der Gambler-Mutation auf diese Weise aufzuarbeiten, doch leider haben mir die Anforderungen meines Berufsalltags nicht mehr die Zeit dazu gelassen. Zudem sind die Darstellungen inzwischen womöglich nicht mehr alle auf dem neuesten Stand der Wissenschaft, da zwischen der Planungsphase und der Veröffentlichung doch einige Jahre ins Land gegangen sind, aber in den Grundzügen dürfte das Material nach wie vor stimmig sein.

Für alle, die neugierig geworden sind, hier nun Sherman Hewitts Artikel als Download:

Hewitts_Artikel

Professor Sherman Hewitt

Der Professor hat in der Geschichte im Grunde zwei Funktionen. So sollte er etwa den Typ Wissenschaftler verkörpern, der die Balance zwischen Menschlichkeit und wissenschaftlicher Neugier nicht immer überzeugend halten kann. Seine andere Rolle war jedoch wichtiger. Da es sich um eine militärisch geführte Station handelt, hätte es für den Captain kaum Gelegenheiten für gute Konflikte gegeben, denn die starre Befehlshierarchie lässt dafür, zumindest in so hohen Dienstgraden, kaum Spielraum. Weil aber schnell feststand, dass Captain Elaine Wilding eine Figur mit starker Präsenz werden musste, da ich einen Charakter brauchte, der, anders als Danny, alle Hintergründe und Implikationen auch auf politischer und sozialer Ebene kennt oder kennenlernt, wollte ich ihr eine Figur zur Seite stellen, an der sie sich reiben kann. Ein Zivilist, noch dazu ein Wissenschaftler, der manchmal dazu neigt, seinen eigenen Mangel an Mitgefühl auf andere zu projizieren, war für diese Rolle perfekt geeignet.

Die Hewitts

Es war von Anfang an klar, dass die Erde angegriffen werden sollte, schließlich musste ich eine Bedrohung inszenieren, die Danny auf den Plan ruft, aber es war gar nicht so einfach, eine fremde Rasse zu erfinden, die nicht allem gleicht, was man nicht schon dutzendmal gesehen oder gelesen hat. Da die Geschichte nicht auf einen Genozid hinauslaufen sollte, wollte ich eine Rasse, die aus reinem Instinkt handelt und nicht etwa auf Eroberung aus ist.

Außerdem sollte es keine Raumschlachten nach dem bekannten Schema Schiff kämpft gegen Schiff geben. Im Grunde fragte ich mich, wie ich Dannys besondere Fähigkeiten bis an ihre Grenze fordern könnte, und so wurde der Schwarm geboren, dessen Abwehr eigentlich vom Prinzip her ein komplexes, höchst dynamisches Tontaubenschießen erfordert, zu dem normale Menschen eben nur bedingt in der Lage wären.

Eine Frau als Captain

Ich muss zugeben, dass ich in den Captain eine Menge Herzblut investiert habe. Häufig spürte ich zu meinen männlichen Charakteren eine tiefere Verbindung als zu den weiblichen, Elaine ist jedoch eine Ausnahme. Eigentlich sollte sie anfangs nur deshalb eine Frau sein, weil Danny mit Thad Thornsburg bereits einen starken männlichen Gegenspieler besaß, und ich wollte keine Überfrachtung mit männlichen Figuren. Doch je mehr ich mich mit ihr befasste, desto mehr mochte ich sie. Sie entwickelte sich schnell zu einer Figur mit einem starken Willen und war ein toller Charakter für konflikthafte Dialoge. Ihre kraftvolle, energische Art empfand ich auch als erfrischend, da sie eben trotz allem eine Frau ist und deshalb ganz anders wirkt als ein Mann in der gleichen Position. Gerade Konflikte werden zwischen zwei Männern anders ausgetragen als zwischen einem Mann und einer Frau, und so hat es mir wirklich Spaß gemacht, die Szenen mit ihr zu schreiben.

Störrische Nebencharaktere

Bei der Aufstellung der Nebenfiguren entwickelten einige von ihnen klare Vorstellungen davon, auf welcher Seite sie stehen wollten, und die deckten sich gar nicht mit meiner Planung. So sollte es eigentlich Valerie Haver sein, die zusammen mit Mady auf Dannys Seite steht, während Jenn und Ellie gegen ihn opponieren. Doch als ich die erste Szene mit den vier Mädchen schrieb, in der sie von der Akademie zur Erdorbitalstation hinaufgeflogen werden, wurde schnell klar, dass Val und Mady ganz und gar nicht harmonierten, während Jenn mit ihrer lockeren Art durchaus gut zu Mady passte. Daher entschied ich mich dafür, den Figuren ihren Willen zu lassen, und letztlich war das zweifellos die richtige Entscheidung. Heute kann ich es mir selbst kaum noch anders vorstellen.

Zur Grundidee des Gambler-Zyklus

Die Idee zum Gambler-Zyklus kam mir, als ich im Fernsehen eine Szene sah, bei der eine Flugzeugcrew einen Angriff auf ein vorher festgelegtes Ziel durchführte. Ich weiß leider nicht mehr, welche Sendung es genau war, aber letztlich ist das auch nicht mehr wichtig. Ich erinnere mich jedoch genau, dass ich von der eingespielten Effizienz des Teams fasziniert war, und so entstand in mir der Wunsch, auch über ein solches Team zu schreiben. Da die Geschichte natürlich auch konflikthaft sein sollte, entschied ich schnell, dass das Team nicht von Anfang an gut funktionieren durfte, sondern erst zusammenwachsen musste, und es lag nahe, die Gründe für die Anfangsschwierigkeiten in den Protagonisten Danny zu projizieren. Er sollte ein Außenseiter sein, jemand, dem man nicht gleich vertraut, auf den man jedoch im höchsten Maße angewiesen ist. Daher wurde Danny zu einer Person mit besonderen Fähigkeiten und wurde gleichzeitig von dem schlechten Ruf seiner Leute verfolgt.

Susanne Gavénis

Susanne Gavénis

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